Ratgeber
E-Scooter im Winter: pflegen und lagern
Kälte kostet Reichweite, Streusalz kostet Bauteile, Feuchtigkeit kostet den Akku. Drei Dinge, die sich in einer halben Stunde im Herbst erledigen lassen.
Zuletzt geprüft:
Kurz gesagt
Lade einen kalten Akku erst, wenn er Zimmertemperatur hat, unter 0 Grad nimmt er dauerhaft Schaden. Wische Streusalz nach jeder Fahrt ab. Zum Einlagern den Akku auf 50 bis 60 Prozent bringen und trocken bei 10 bis 20 Grad abstellen.
Warum die Reichweite einbricht
Ein Lithium-Akku arbeitet chemisch. Bei Kälte laufen die Vorgänge darin langsamer, der Innenwiderstand steigt, und es kommt weniger Energie heraus. Bei Frost sind Verluste von 20 bis 30 Prozent normal.
Die Kapazität ist dabei nicht verloren, sondern nur nicht abrufbar. Im Frühjahr ist sie wieder da. Wer im Winter mit der Restanzeige plant, sollte trotzdem großzügig rechnen, denn die Anzeige fällt bei Kälte oft sprunghaft.
Laden bei Kälte
Der wichtigste Satz zuerst: Einen Akku unter 0 Grad nicht laden. Dabei lagert sich Lithium metallisch ab, und dieser Schaden ist dauerhaft. Er zeigt sich nicht sofort, sondern als Kapazität, die nach dem Winter fehlt.
Richtig ist deshalb: erst hereinholen, eine Stunde stehen lassen, dann laden. Bei Zimmertemperatur nimmt der Akku Ladung an, wie er soll.
Streusalz
Salz greift Metall an, und ein E-Scooter besteht an den empfindlichen Stellen aus Metall. Betroffen sind Schrauben, Bremsscheiben, Klemmung, Faltmechanismus und alle Steckverbindungen.
Nach einer Fahrt auf gestreuter Straße wischst du das Fahrzeug feucht ab und trocknest es. Kein Hochdruckreiniger, niemals. Der drückt Wasser genau dorthin, wo keines hingehört, nämlich in Lager, Motor und Steuergerät.
Alle paar Wochen die Klemmschrauben nachziehen und den Faltmechanismus prüfen. Was dabei zu kontrollieren ist, steht unter E-Scooter warten.
Fahren auf nassem und kaltem Untergrund
- Der Bremsweg verlängert sich deutlich. Früher bremsen, nicht stärker.
- Straßenbahnschienen, Kanaldeckel und Bodenmarkierungen sind bei Nässe spiegelglatt. Quer darüber, nie längs daran entlang.
- Laub deckt Eis ab. Was aussieht wie ein weicher Belag, ist im November oft eine Rutschbahn.
- Der Luftdruck sinkt mit der Temperatur. Vor der ersten kalten Woche nachfüllen.
- Es wird früher dunkel. Licht und Reflektoren prüfen, nicht erst wenn sie gebraucht werden.
- Ein Helm ist nicht vorgeschrieben und im Winter besonders vernünftig.
Richtig einlagern
Wer den Scooter bis zum Frühjahr wegstellt, macht das einmal ordentlich statt dreimal halb.
- Reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Den Akku auf etwa 50 bis 60 Prozent bringen. Weder voll noch leer. Ein voller Akku altert schneller, ein leerer kann tiefentladen und dann unbrauchbar werden.
- Trocken und frostfrei lagern, am besten zwischen 10 und 20 Grad. Keller ja, Balkon nein, Gartenhaus auf keinen Fall.
- Alle zwei bis drei Monate den Ladestand prüfen und bei Bedarf nachladen.
- Reifen auf vollen Druck bringen, damit sie keine Standplatten bekommen.
- Wenn möglich abgeschlossen und nicht sichtbar. Ein Keller im Winter ist ein beliebter Ort für Diebe, weil dort monatelang niemand nachsieht.
Zum Akku im Einzelnen, von der Lebensdauer bis zur Entsorgung, steht mehr im Ratgeber zum Akku.
Zwei Dinge, die im Winter untergehen
Das Versicherungskennzeichen läuft am letzten Februartag ab, mitten in der Standzeit. Wer den Scooter im März herausholt, fährt sonst ohne Versicherungsschutz los. Wie der Wechsel läuft, steht unter Versicherungskennzeichen wechseln.
Und die Versicherung endet nicht dadurch, dass das Fahrzeug steht. Wer den Vertrag über den Winter kündigt, spart wenig und steht im Frühjahr ohne Kennzeichen da.
Im Frühjahr
Vor der ersten Fahrt: Akku vollständig laden, Reifendruck prüfen, beide Bremsen auf einem freien Stück testen, Schrauben nachziehen, Licht einschalten. Fünf Minuten, und der erste Kilometer ist kein Versuch.
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