Ratgeber
Ab welchem Alter darf man E-Scooter fahren?
Ab 14, ohne Führerschein und ohne Prüfung. Das ist die kurze Antwort. Die längere richtet sich an Eltern, denn die Pflichten bleiben bei ihnen.
Zuletzt geprüft:
Kurz gesagt
Erlaubt ist es ab 14 Jahren, ohne Führerschein und ohne Prüfbescheinigung. Ein gültiges Versicherungskennzeichen ist trotzdem Pflicht, und die Mitnahme einer zweiten Person ist ausnahmslos verboten. Eine Helmpflicht gibt es nicht.
Das Mindestalter
Wer 14 Jahre alt ist, darf ein Elektrokleinstfahrzeug im öffentlichen Verkehr fahren. Eine Fahrerlaubnis ist nicht nötig, eine Prüfbescheinigung wie beim Mofa auch nicht.
Darunter ist es nicht erlaubt, auch nicht in Begleitung. Ein Zwölfjähriger auf einem zugelassenen E-Scooter fährt unerlaubt, und der Versicherungsschutz gerät ins Wanken.
Für Spielzeugroller ohne Betriebserlaubnis gilt das nicht. Die dürfen aber nur auf Privatgelände fahren, nicht auf der Straße und nicht auf dem Gehweg.
Was trotzdem Pflicht ist
Auch der Scooter eines Vierzehnjährigen braucht ein gültiges Versicherungskennzeichen. Es endet jedes Jahr am letzten Februartag, unabhängig vom Alter des Fahrers. Wer als Elternteil den Vertrag abschließt, ist Halter und damit verantwortlich.
Wie das Kennzeichen jährlich gewechselt wird, steht unter Versicherungskennzeichen wechseln.
Kein zweiter Mensch auf dem Trittbrett
Die Mitnahme einer weiteren Person ist verboten. Das gilt ausnahmslos, auch für kurze Strecken und auch dann, wenn beide zusammen weniger wiegen als ein Erwachsener.
Der Grund ist technisch. Bremsweg, Lenkverhalten und Rahmen sind für eine Person ausgelegt. Zu zweit fällt der Scooter anders, und das erste, was aufsetzt, ist meist ein Kopf.
Helm
Es gibt keine Helmpflicht. Das ist eine rechtliche Aussage, keine Empfehlung. Die Verletzungen, die in Notaufnahmen nach E-Scooter-Stürzen auffallen, betreffen überwiegend Kopf und Gesicht, und ein Sturz aus Standhöhe reicht dafür aus.
Bei Jugendlichen kommt hinzu, dass sie den Scooter häufiger im Dunkeln und in Gruppen nutzen. Beides erhöht das Risiko unabhängig vom Fahrkönnen.
Wer haftet, wenn etwas passiert
Für Schäden an Dritten zahlt die Haftpflicht aus dem Versicherungskennzeichen. Deshalb gibt es sie.
Daneben stellt sich die Frage der Aufsichtspflicht. Eltern haften nicht automatisch für ihre Kinder, sondern dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Wer einem Vierzehnjährigen einen Scooter überlässt, sollte deshalb nachweisen können, dass er ihn eingewiesen und die Regeln erklärt hat.
Kinder unter 10 Jahren haften für Schäden im motorisierten Verkehr grundsätzlich nicht. Da sie ohnehin nicht fahren dürfen, ist das eher für den Fall wichtig, dass ein Kind als Fußgänger beteiligt ist.
Wo gefahren werden darf
Radweg, wenn einer da ist, sonst Fahrbahn. Der Gehweg ist tabu, auch für Jugendliche. Fußgängerzonen nur, wenn ein Zusatzschild sie freigibt.
Das ist die häufigste Ursache für Ärger, und es ist die Regel, die am schnellsten erklärt ist. Ausführlich steht sie unter Wo darf ich mit dem E-Scooter fahren.
Was Eltern in zehn Minuten tun können
- Gemeinsam die drei Regeln durchgehen: kein Gehweg, keine zweite Person, kein Alkohol.
- Bremsen und Licht zusammen prüfen und zeigen, worauf zu achten ist.
- Ein ordentliches Schloss kaufen und erklären, wo abgestellt wird und wo nicht.
- Seriennummer und Kaufbeleg an einem Ort ablegen, an dem sie auch dann noch sind, wenn der Scooter weg ist.
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