Ratgeber
E-Scooter gefunden: was jetzt zu tun ist
Ein herrenloser Scooter im Hinterhof, im Gebüsch, im Fahrradkeller. Wer ihn mitnimmt, um ihn abzugeben, macht das Richtige, wenn er dabei ein paar Dinge beachtet. Wer ihn einfach behält, macht sich strafbar.
Zuerst: nicht behalten
Ein gefundener Gegenstand gehört nicht dem Finder. Wer eine Fundsache an sich nimmt und für sich behält, begeht eine Fundunterschlagung, das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Das gilt auch dann, wenn der Scooter offensichtlich schon länger dasteht.
Das Gesetz verlangt, einen Fund anzuzeigen, sobald er nennenswerten Wert hat. Bei einem E-Scooter ist das immer der Fall.
Der schnelle Weg: nach einem Code sehen
Bevor du irgendwo anrufst, schau am Fahrzeug nach einem QR-Aufkleber, oft am Lenkerrohr oder am Trittbrett. Klebt dort ein ScooterSiegel, scannst du ihn mit der Kamera deines Telefons und siehst sofort, ob der Scooter als gestohlen gemeldet ist.
Auf derselben Seite kannst du dem registrierten Besitzer eine Nachricht schicken, ohne dass einer von euch die Daten des anderen sieht. Kein Konto, keine App, keine Anmeldung. Ist er als gestohlen gemeldet, gehört der Fund zur Polizei. Fahre dann bitte nicht selbst zum Besitzer.
Klebt kein Code darauf, hilft die Seriennummer nicht weiter: Sie steht in keinem öffentlichen Verzeichnis, und auch der QuickFIN-Check beantwortet nur die Frage, ob eine Diebstahlmeldung vorliegt, nicht, wem der Scooter gehört.
Der reguläre Weg: Fundbüro oder Polizei
Ohne Code führt der Weg über das Fundbüro deiner Stadt oder Gemeinde. Dort gibst du den Fund ab oder meldest ihn zumindest an. Viele Kommunen nehmen die Anzeige inzwischen online entgegen.
Spricht etwas für einen Diebstahl, aufgebrochenes Schloss, abgerissene Halterung, versteckt abgestellt, dann gehört der Fund zur Polizei statt ins Fundbüro. Sie kann prüfen, ob das Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben ist.
Für angezeigte Fundsachen sieht das Gesetz übrigens einen Finderlohn vor, und nach einer gesetzlichen Frist kann eine nicht abgeholte Fundsache an den Finder fallen. Beides setzt aber genau das voraus, was am Anfang steht: die Anzeige.
Was du besser lässt
- Nicht fahren. Ohne gültiges Versicherungskennzeichen bist du nicht versichert, und der Scooter gehört dir nicht.
- Nicht verkaufen, auch nicht „weil sich ja niemand meldet".
- Nicht in Kleinanzeigen suchen, wem er gehören könnte. Das führt zu Begegnungen, die niemand braucht.
- Kein Schloss aufbrechen, um ihn abtransportieren zu können.
Und wenn es dein eigener wäre
Genau diese Situation ist der Grund für ScooterSiegel: ein Aufkleber am Fahrzeug, über den ein ehrlicher Finder den Besitzer in einer Minute erreicht, ohne dass der Besitzer seine Adresse an einen Fremden gibt.
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